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Episode 34 – Urlaub und Reisen

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Shownotes

Michael kümmert sich noch um die Shownotes…

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Minimalismus Podcast – Daniel – Michael

3 Kommentare

  1. Hallo,
    ich finde das Thema „Urlaub und Reisen“ wichtig, vor allem wegen der ökologischen Folgen (Flug!!!), aber auch, was den Aufwand an Geld angeht. Ich denke, heutzutage fühlen sich alle irgendwie unter Druck, alles mal gemacht haben zu müssen, auch wenn sie es sich eigentlich nicht unbedingt leisten können und obwohl es ökologischer Wahnsinn ist.
    Ein Transatlantikflug stößt ja soviel CO2 aus wie ein Jahr Autofahren oder so ähnlich. Deshalb finde ich schon, dass man sich die Frage nach dem „Warum“ stellen lassen muss und dass solche Trips mit großem ökol. Fußabdruck eigentlich eine Ausnahme sein sollten. Gut, wer Verwandte z.B. in den USA oder in Asien hat, der hat vielleicht eher das moralische Recht zu fliegen als jemand, der einfach nur mal was anderes sehen will, den Strand in der Karibik toll findet oder seine private „Wo-ich-schon-alles-war“-Sammlung vervollständigt.
    Ich selbst reise auch gerne und ich finde auch nicht, dass man dabei nichts vom Land mitbekommt. Aber würde man nicht auch viel über das Land lernen, wenn man einfach ein paar Filme guckt und Bücher liest? Sicher ist „live“ was anderes, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, seinen Horizont zu erweitern. Muss ich wirklich unbedingt überall mal gewesen sein? Ich sag: Nein!

    Also, ich bin schon dafür, dass da mal die Leute vernünftiger werden und einfach öfter mal das Schöne (oder sogar das Fremde) in der Nähe suchen. Ab und zu, vielleicht alle 10 Jahre oder so, finde ich eine weite Reise okay, als absolutes Lebenshighlight, aber so, wie es jetzt läuft, ist es wirklich nicht mehr zu verantworten. Mein Bruder war in Vietnam, in Indonesien und was weiß ich wo noch und ich hab noch nicht mal Fotos zu Gesicht bekommen. Das wird so schnell abgehakt!

    Der andere Aspekt des Reisens ist für mich persönlich, dass ich ähnlich wie beim Entrümpeln Schwierigkeiten habe, auszuwählen. Ich habe tausend Ideen, was ich gerne mal machen würde, schon in Deutschland fällt mir da viel ein. Dazu will ich noch Leute treffen, die woanders wohnen und wohin ich reisen will/muss. Aber meine Ressourcen (Kraft, Zeit, Geld) sind begrenzt und das finde ich manchmal ganz schön schwierig.

    Schöne Grüße,
    Bettina

  2. Hallo,

    das ist genau mein Thema! Tatsächlich wollte ich darüber schon längst mal einen eigenen Blogartikel schreiben, schließlich stehe ich selbst immer wieder im Konflikt bei diesem Thema.

    Ich fliege überhaupt nicht gern und suche stets nach Alternativen, wenn eine Reise ansteht. Allerdings gibt es einige Länder auf dieser Welt, zu welchen man nicht ohne Flugzeug gelangt. In meinem Fall ist das Israel, wo ich aufgrund von Partnerschaft jedes Jahr zwei Mal über längere Zeiträume hinfliege, weil der Wasserweg von Europa nicht mehr bedient wird und der Landweg aufgrund von Kriegsgebieten und mangels Friedensverträgen zwischen Israel und anderen Staaten nicht möglich ist. Der Wasserweg ist allerdings ohnehin keine Alternative, da die meisten Schiffe eine noch schlechtere Ökobilanz als Flüge haben. Einzige Möglichkeit hier wäre ein Segeltörn.

    Dass mir eine Partnerschaft und familiäre Beziehungen ein größeres moralisches Recht zum Flug geben, halte ich für fraglich. Denn ich habe festgestellt, dass, wenn ich etwas wirklich will, ich stets eine plausible Erklärung finden werde, warum diese Situation denn nun eine Ausnahme ist. Und alle Beziehungen ins Ausland zu kappen, wird niemand von mir verlangen können.

    Die Frage, ob ich überall mal gewesen sein muss, empfinde ich als obsolet, denn das ist ohnehin gar nicht möglich. Ja, ich kann womöglich alle Länder bereisen, aber wirklich jeden Fleck dieser Erde kennengelernt zu haben, ist ein nicht realisierbares Unterfangen. Trotzdem halte ich Reisen, ja auch Fernreisen, für unerlässlich. Denn jede von ihnen erweitert und öffnet unseren Horizont. Das ist wie ein Muskel, der jedes Mal, wenn wir uns einem fremden Kulturkreis aussetzen, trainiert wird. Da tut es einmal reisen im Leben nicht. Über Bücher, Filme, Blogs oder andere Medien kann ich natürlich auch viel lernen. Das ist aber immer zensiert, weil für jedes Medium vorher ausgewählt wird, was man denn nun zeigt und was nicht. Und es ist darüber hinaus auch stets ein Blick von außen. Der ist nicht notwendiger Weise besser oder schlechter, als eine Erfahrung am eigenen Leib, aber auf jeden Fall von einer anderen Qualität. Und gerade für die interkulturelle Verständigung und eine gesteigerte Offenheit gegenüber Fremden halte ich es für unerlässlich, dass jeder Mensch diese Erfahrungen machen kann, sodass ich eine Kombination aus Lernen durch die Arbeit anderer und Eigenerfahrungen für die beste Lösung halte.

    So viel zum Thema kulturelle Nachhaltigkeit. Was die ökologische Nachhaltigkeitsfrage anbelangt, halte ich es für schwer durchsetzbar und wegen obiger Erklärung auch für überhaupt nicht sinnvoll, Flüge zu verbieten. Keine Regierung der Welt kann es sich erlauben, der Bevölkerung etwas zu nehmen, woran man sich unlängst gewöhnt hat, ohne die Mehrheit der Stimmen zu verlieren. Ein Bewusstsein für die Problematik und Anreize, anders zu handeln, sollten trotzdem geschaffen werden. Lieber den Zug anstelle eines Fluges zu wählen, wo letzterer vermeintlich schneller und günstiger ist, hält wohl kaum einer Argumentation stand. CO2 zu reduzieren, indem in Ländern wie Indien die Bevölkerung mit Fußpumpen Emissionen einspart, um unsere zu kompensieren, halte ich für äußerst arrogant und herabwürdigend. Billigflügen könnte man aber von staatlicher Seite entgegenwirken, indem beispielsweise keine freiwillige, sondern verpflichtende Pauschale zur Reduktion von Emissionen angesetzt wird. Das Geld daraus könnte zur weltweiten Aufforstung genutzt werden, denn Pflanzen binden hervorragend CO2.

    Liebe Grüße,
    Philipp

    PS: Ich mag das neue Logo eures Podcasts. Passt ihr die Website auch noch an? 🙂

  3. Hallo Daniel und Michael,

    vorweg – ich höre eure Podcasts sehr gerne und wollte mich an dieser Stelle bedanken dafür!

    Ein paar Gedanken von mir zu dieser Folge:

    Hier fehlt mir die Einstiegsfrage: „was ist überhaupt minimalistischer Urlaub?“
    Gib es Parameter, an denen man(n) das definieren kann?
    Wo seht ihr den z.B. Camping Urlaub in der heutigen Form? Oder „einfachen“ Urlaub per Creditkarte und Cabrio durch Südfrankreich? Radurlaub? Urlaub auf dem Bauernhof?

    Einen weiteren Themenblock „Minimalistischer Urlaub mit Kindern“ hätte ich mir gewünscht.
    Stichwort: Zeit und Erlebnisse schenken statt Zeug
    Idealerweise das Thema noch erweitern auf „Familienferien“.

    Als letztes fehlte mir der „Männer-Abenteuer-Urlaub“ (nicht der Saufurlaub auf Malle 🙂
    wie z.B. Wanderurlaub, Alpenüberquerung per MTB, Kanureisen, gemeinsame Sportevents.

    Vielleicht gibt es ja nochmal eine weitere Folge zu diesem Thema? 🙂
    Viele Grüße
    Ede

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